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Dreigliederung

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Dreigliederung
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Vorwort

A.    Ausgangslagen

1      Sieben Fragen

2      Radikale Fragen

3      In einem Satz

B.     Entdeckungen

Geistesleben

1      Bildung

2      Forschung

3      Medizin

Wirtschaftsleben

4      Kapital

5      Spätfolgen

6      China

7      Gewinn

8      Assoziationen

9      Geld

Rechtsleben

10     Demokratie?

11     Demokratie !

12     Arbeit

13     Arbeitszeit

Zusammenfassung

14     Das Ganze auf sechs Seiten

15     Last but not least

C.     Fragen zur Umsetzung

1      Vom Normalen zum Gesunden 

2      Was ist das Beste an der Dreigliederung?

3      Kann die Dreigliederung populär werden?

4      Braucht die Dreigliederung andere Menschen?

5      Binnen-Dreigliederung in Schulen?

6.     Der Sinn?

Literatur

Dank

Kursangebote

Anmerkungen


 

Vorwort

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

warum dieses Buch und warum jetzt? 

 

Die Antwort ist schnell gegeben: Aufgrund der Zeitereignisse und um diese besser zu verstehen und um eine bessere Zukunft vorzubereiten. Mit den gegenwärtigen stürmischen Zeitereignissen – Pandemie, Krieg, Hunger – verhält es sich wie mit gewaltigen Wellen am Meer. Es greift zu kurz, wenn man die Ursache einer ankommenden Welle in einer vorangehenden Welle sucht. Die Ursachen für turmhohe Wellen liegen draußen im Meer in seinen Tiefen.

 

*

 

Ein guter Baum bringt gute Früchte. Wenn die Früchte schlecht sind, liegt das nicht am Baum, sondern an Faktoren, durch die er Schaden genommen hat. Die schlechten Früchte sind Symptome. Es hilft wenig, die Symptome zu beklagen. Das erzählt bereits die Volksweisheit der Märchen. Warum ist der Brunnen, aus dem sonst Wein floss, versiegt? Die Antwort: Man muss den Teufel selbst fragen, denn der weiß am besten Bescheid. „He, wenn sie's wüssten!“ antwortete der Teufel, „es sitzt eine Kröte unter einem Stein im Brunnen, wenn sie die töten, so wird der Wein schon wieder fließen.“[1]

Woran liegt es, dass ein Baum, der sonst goldene Äpfel getragen hat, jetzt nicht einmal Laub treibt? „He, wenn sie's wüssten!“ antwortete der Teufel, „an der Wurzel nagt eine Maus, wenn sie die töten, so wird er schon wieder goldene Äpfel tragen, nagt sie aber noch länger, so verdorrt der Baum gänzlich.“

Woran liegt es, dass der Fährmann immer hin und herfahren muss und nie abgelöst wird? „He, der Dummbart!“ antwortete der Teufel, „wenn einer kommt und will überfahren, so muss er ihm die Stange in die Hand geben, dann muss der andere überfahren, und er ist frei.“

 

Damit ist der Fahrplan des vorliegenden Buches skizziert. Es geht darum, die Kröten zu identifizieren, die den Brunnen verstopfen. Es geht darum, die Mäuse aufzufinden und zu entfernen, die an der Wurzel des Baumes nagen. Es geht darum, dass der Fährmann nicht länger ein Dummbart ist.

 

Rudolf Steiner (1861 – 1925), der Begründer der Anthroposophie, hat bereits vor hundert Jahren diese Arbeit geleistet. Er hat Kröte und Maus und die Dummheit des Fährmanns identifiziert und aufgezeigt, was zu tun ist. Das vorliegende Buch macht nichts anderes, als seine wichtigsten Entdeckungen nachzuzeichnen, an den aktuellen Zeiterscheinungen zu erläutern und in eine heutige Sprache zu bringen. 

Die Menschheit ist bisher mit allen Schwierigkeiten fertig geworden. Auch die gerade heraufziehenden Formen totaler Unfreiheit werden irgendwann scheitern. Was wollen wir dann aufbauen? Darum geht es im vorliegenden Buch.

 

*

Rudolf Steiners Entdeckungen zu einer heilsamen Neuorganisation unserer Gesellschaft werden oft unter dem Titel „Dreigliederung des sozialen Organismus“ zusammengefasst. Nicht selten werden sie auch nur „Dreigliederung“ genannt. Von diesem Wort sollte man sich nicht abschrecken lassen. „Dreigliederung“ ist zunächst nichts als eine schlagwortartige Abkürzung. Im vorliegenden Buch wurde sie aus praktischen Gründen beibehalten. Die Abkürzung wird allerdings erst verständlich, wenn man einen Überblick darüber gewonnen hat, was mit ihr gemeint ist. Diesen Überblick (nicht die Details) wird das vorliegende Buch entfalten. 

*

Die Gedanken zur Dreigliederung des sozialen Organismus, die Rudolf Steiner 1918/1919 veröffentlichte, sind heute in der breiten Öffentlichkeit und auch bei vielen Fachleuten wenig bekannt. Viel hängt davon ab, dass sich das ändert. Man benötigt wenige Voraussetzungen: ein Mindestmaß an Vorurteilslosigkeit, ein gerütteltes Maß an Erkenntnisneugier und ein ausreichendes Maß an Unerschrockenheit bzw. Schock-Toleranz, wenn der eine oder andere Gedanke radikal anders ist als das, was man bisher gedacht hat. 

 

Das vorliegende Buch richtet sich an Menschen, bei denen die Erkenntnisneugier größer ist als der unbewusste Wunsch, sich in den eigenen Ansichten bestätigt zu sehen. Es richtet sich an Menschen, die sich von ungewohnten Gedanken nicht abschrecken lassen, und es richtet sich an Menschen, die gegenüber Rudolf Steiner nicht mit festen Vorurteilen durch ihr Leben navigieren. Solche Vorurteile gibt es ohne Zahl. Im Folgenden eine kleine Auswahl:

 

  1.  „Rudolf Steiner entwickelte die Ideen zur Dreigliederung vor 100 Jahren. Seither hat sich die Welt erheblich verändert. Es kann gar nicht sein, dass Ideen von vor 100 Jahren die Antworten auf die Fragen von heute sein können.“ 

 

Wer dieses Vorurteil felsenfest hat, der braucht nicht weiterzulesen. Wer bereit ist, Rudolf Steiners Gedanken unbefangenzu prüfen, wird zu einem anderen Ergebnis kommen, denn das Gegenteil ist richtig. Die vor 100 Jahren entwickelten Gedanken sind so fundamental, dass gerade sie die entscheidenden Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit liefern. Aber das wird zu beweisen sein. 

 

  1. „Warum soll ausgerechnet ein einzelner Mensch eine Lösung zu bieten haben für die schwierigsten Fragen auf dermaßen unterschiedlichen Gebieten wie Volkswirtschaft, Weltwirtschaft, Politik, Demokratiefragen, Rechtswissenschaft, Bildungswesen und Kultur? Es gibt unzählige hochkarätige Fachleute, die sich niemals anmaßen würden, über das Ganzeeines so komplexen Gebildes wie die moderne Gesellschaft Aussagen zu machen. Sie beschränken sich auf ihr Fachgebiet. Aber den Blick auf das große Ganze zu werfen, ist von vorneherein eine Hybris, die scheitern muss.“

 

Dieses Vorurteil ist psychologisch verständlich, aber es bleibt ein Vorurteil. Am Ende wird man sehen, dass die Stärke der „Dreigliederung“ gerade darin besteht, das Ganze im Blick zu haben und das Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte des Ganzen zu überschauen. Aufs Ganze geht ansonsten der „Great Reset“. Ob man den ernst nimmt oder nicht, ob man ihn will oder ob man ihn resigniert über sich ergehen lässt, ist jedem überlassen. Seiner Größenordnung kann die Dreigliederung einen ganz anderen, aber mindestens so großen Impuls entgegensetzen. Ich vermute sogar: nur sie.

 

  1. „Es gibt längst etliche kluge Lösungsvorschläge zur Erneuerung von Wirtschaft und Demokratie. Man braucht Rudolf Steiner nicht.“

Das sehe ich anders. Sonst hätte ich dieses Buch nicht geschrieben.   

 

 

[1] Grimms Märchen. Das Märchen vom Teufel mit den drei goldenen Haaren.

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